Prothetik

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Lebensqualität nach Mass

Der Verlust eines Körperteils ist ein sehr grosser Einschnitt in das Leben jedes Menschen. Er steht vor grossen physischen und psychischen Herausforderungen. Mit Hilfe der Technik und interdisziplinärer Zusammenarbeit kann ein sehr gutes Rehabilitationsziel erreicht werden. Kompetente Spezialisten stellen in unserem Atelier prothetische Versorgungen nach Mass, sowie rehabilitationstechnische Hilfsmittel her. Die Mischung von anspruchsvollem Handwerk, moderner Technik und sozialem Engagement fordert unsere engagierten Mitarbeiter jeden Tag aufs Neue, und wir freuen uns, diese Herausforderungen annehmen zu dürfen.

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Peter Berhalter

Orthopädietechniker- Meister

Amputationen können aufgrund verschiedenster Ursachen wie beispielsweise Gefässerkrankungen, Unfälle oder Geburtsfehler notwendig werden. Lässt die Notwendigkeit der medizinischen Situation eine stressfreie Vorbereitung der Operation zu, so sollte im Voraus das Gespräch mit dem behandelnden Arzt gesucht werden. Dieser kann dem Patienten nicht nur den Ablauf der Amputation selbst, sondern auch den nachfolgenden Rehabilitationsprozess präzise Schildern und ihm so die Möglichkeit geben, sich psychisch auf die neue Lebenssituation einzustellen.

Die untenstehende Darstellung veranschaulicht die unterschiedlichen Amputationsstellen, welche für das Ausmass der Mobilität von entscheidender Bedeutung sind.

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Transfemoral: Amputation durch den Oberschenkelknochen

Knieexartikulation: Amputation durch das Kniegelenk

Transtibial: Amputation durch den Schien- und Wadenbeinknochen

Knöchelexartikulation: Amputation durch den Knöchel

Transmetatarsal: Amputation durch den Vorderfuss

Die Prothesenversorgungen der unteren Extremität werden nach Mobilitätsklassen hergestellt. Dabei ermittelt der behandelnde Arzt gemeinsam mit dem Patienten, den Therapeuten und Technikern die Ziele, welche der Patient nach der Amputation erreichen kann. Eine geeignete Prothese soll den Patienten beim Erreichen dieser Ziele optimal unterstützen.

Die fünf Mobilitätsgrade werden nach der Medizinaltarif-Kommission UVG folgendermassen definiert:

 

Mobilitätsgrad 0: Nicht Gehfähiger

Der Patient besitzt aufgrund des schlechten physischen und psychischen Zustandes zur Zeit selbst mit fremder Hilfe nicht die Fähigkeit, sich mit einer Prothese fortzubewegen. Die Prothese kann maximal zum Transfer eingesetzt werden, stellt aber ansonsten eine passive, nicht mobilisierende Prothesenversorgung zur Wiederherstellung des äusseren Erscheinungsbildes dar.

Therapieziel: Wiederherstellung des äusseren Erscheinungsbildes, Mobilisierung mit dem Rollstuhl, Transferhilfe

 

Mobilitätsgrad 1: Innenbereichsgeher

Der Patient besitzt die Fähigkeit oder das Potential, eine Prothese zur Fortbewegung auf ebenen Böden mit geringer Geschwindigkeit zu nutzen. Gehdauer und Gehstrecke sind aufgrund seines Zustandes stark limitiert.

Therapieziel: Wiederherstellung der Stehfähigkeit und der auf den Innenbereich limitierten Gehfähigkeit

 

Mobilitätsgrad 2: Eingeschränkter Aussenbereichsgeher

Der Patient besitzt die Fähigkeit oder das Potential, sich mit einer Prothese mit geringer Gehgeschwindigkeit fortzubewegen und dabei niedrige Umwelthindernisse wie Bordsteine, einzelne Stufen oder unebene Böden zu überwinden. Gehdauer und Gehstrecke sind aufgrund seines Zustandes limitiert.

Therapieziel: Wiederherstellung der Stehfähigkeit, der auf den Innenbereich und auf den Aussenbereich limitierten Gehfähigkeit

 

Mobilitätsgrad 3: Uneingeschränkter Aussenbereichsgeher

Der Patient besitzt die Fähigkeit oder das Potential, sich mit einer Prothese mit mittlerer bis hoher, auch veränderlicher Gehgeschwindigkeit fortzubewegen und dabei die meisten Umwelthindernisse zu überwinden. Er besitzt ausserdem die Fähigkeit, sich im freien Gelände zu bewegen und kann berufliche, therapeutische und andere Aktivitäten ausüben, die die Prothese nicht überdurchschnittlicher mechanischer Beanspruchung aussetzen. Ggf. besteht ein erhöhter Sicherheitsbedarf aufgrund Sekundärbedingungen (zusätzliche Behinderung, besondere Lebensbedingungen) in Verbindung mit einem mittleren bis hohen Mobilitätsanspruch. Gehdauer und Gehstrecke entsprechend des Amputationsniveaus unwesentlich limitiert.

Therapieziel: Wiederherstellung der Stehfähigkeit, der im Innenbereich nicht und im Aussenbereich nur unwesentlich limitierten Gehfähigkeit

 

Mobilitätsgrad 4: Uneingeschränkter Aussenbereichsgeher mit besonders hohen Ansprüchen

Der Patient besitzt die Fähigkeit oder das Potential, sich mit einer Prothese entsprechend des Amputationsniveaus wieder uneingeschränkt im Aussenbereich fortzubewegen. Gehdauer und Gehstrecke sind nicht limitiert. Zusätzlich können aufgrund der hohen funktionellen Anforderungen hohe Stossbelastungen, Spannungen, Verformungen auftreten.

Therapieziel: Wiederherstellung der Stehfähigkeit, der im Innenbereich und im Aussenbereich unlimitierten Geh- und Mobilitätsfähigkeit

Um nach einer Amputation die bestmögliche Mobilität rasch wieder zurückzuerlangen, ist ein reibungsloser und gut strukturierter Heilungs- und Rehabilitationsprozess unabdingbar.

Eine Woche nach der Amputation meldet sich der Orthopädist von Orthopodo beim Spital, um einen Termin für den Erstkontakt mit dem Patienten zu vereinbaren. Bei diesem Termin werden Abklärungen betreffend der Prothesenversorgungen gemacht und der Patient hat die Möglichkeit unserer Firma kennenzulernen und Fragen zu stellen. Zudem findet eine Strumpfanpassung statt und es werden Stumpfkompressionsstrümpfe abgegeben.

Rund 21 Tage nach der Amputation erfolgt die Fadenentfernung. Danach wird ein Termin bei Orthopodo für den Gipsabdruck vereinbart. Dieser wird frühestens zwei Tage nach Entfernung der Fäden terminiert. Der Orthopädist macht den Gipsabdruck für den Probeschaft direkt auf der Station.

Die Produktionszeit des Probeschafts beträgt maximal vier Tage. Nach der Probeschaftherstellung erfolgt die Anprobe zusammen mit dem Physiotherapeuten. Um die Kostenübername abzuklären, erstellt der Orthopädist einen Kostenvoranschlag. Dieser wird vom Anwender unterzeichnet und an den Sozialdienst des Spitals versendet.

Die verschiedenen Bestandteile werden anhand der Abbildung einer Unterschenkelprothese erläutert. Selbstverständlich fertigt Orthopodo auch Oberschenkelprothesen an, welche zusätzlich noch ein Prothesenknie enthalten. Dieses hochkomplexe Gelenk ist konzipiert um das menschliche Knie möglichst realitätsnah und funktionsgetreu nachzubilden.

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Schaft: Bildet den Mantel des Stumpfs und trägt mit der passenden Grösse viel zum Tragekomfort und zur Kontrolle des Patienten bei. In der Abbildung nicht ersichtlich sind die Silikonliner, welche innerhalb des Schafts als Verbindungsmaterial zur Haut platziert sind. 

Verriegelung: Sorgt für einen festen Halt der Prothese.

Prothesenfuss: Dank Kohlenstofffasern vereint der Prothesenfuss Stabilität und die Eigenschaft, Stösse abzudämpfen.

Fussprothesen

Fussamputationen können in Vorfuss und Rückfussamputationen unterteilt werden.

Dabei werden Vorfussamputationen heutzutage mit einer Orthopädieschuh-technischen Läsung versorgt. Zudem kann auch eine kosmetische Versorgung in Silikon-Technik gefertigt werden, welche ein unauffälliges Barfussgehen ermöglicht. Vorfussprothesen können auch in Mischtechniken der beiden oben erwähnten Methoden hergestellt werden.

Bei der Rückfussamputation unterscheidet man Chopart- und Symeamputation. Während bei der Symeamputation der ganze Fuss amputiert wird, so bleibt bei der Chopartamputation der hintere Teil des Fusses bestehen.

Unterschenkelprothesen

Eine Amputation am Unterschenkel hat einen Ersatz des Sprunggelenks und dessen Funktionälität durch die Unterschenkelprothese zur Folge. Bei einer Erstversorgung wird zuerst ein thermoplastisch verformbarer Schaft mit einem Softsocket zum Volumenausgleich angefertigt. Dabei kann der Schaft in der Phase der starken Stumpfatrophie aufgrund eines verstellbaren Pins je nach Behandlungstadium flexibel angepasst durch einen unserer Spezialisten angepasst werden. Nach der Rehabilitationsphase wird der flexible Schaft in einen fixierten Karbonschaft umgewandelt und erhält zusätzlich eine kosmetische Verkleidung.

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